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Château Miraval – Hollywood Glamour ohne Starallüren

Copyright Serge Chapuis

Miraval ist eine Oase der Schönheit und Ruhe in der nördlichen Provence. Celebrities wie Pink Floyd, Sting und die Cranberries erlagen den Reizen des weitläufigen Geländes und altehrwürdigen Herrenhauses. Zu wahrem Ruhm gelangte das Weingut jedoch erst, als Angelina Jolie und Brad Pitt es im Jahre 2011 für 60 Millionen US-Dollar erwarben. 

Als kurz darauf bekannt wurde, dass das Schauspieler-Paar nun Wein, und zudem ausgerechnet einen Rosé-Wein, produzieren wollen, wurden schnell hämische Stimmen laut. Sind doch die Schönen, Reichen und ganz schön Reichen gerade in den USA berühmt und berüchtigt für die Menge, in der sie die blassrosa- bis lachsfarben leuchtenden Weine konsumieren.

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Wer jedoch befürchtete, das Paar reihe sich in die Serie von Promi-Winzern ein, deren Erzeugnisse grösstenteils dem eher seichten Ruf ihrer Schöpfer gerecht werden, irrte. „Brangelina“, begab sich mit dem angebrachten Ernst an die Sache und kann zudem auf namhafte Unterstützung aus der Weinwelt zählen.

Talblick: Wir würden hier auch leben.
Talblick: Wir würden hier auch leben.

Die Familie Perrin vom Château Beaucastel hat mit ihren Ausnahmeweinen die Region Châteauneuf-du-Pape im Rhône-Tal weltweit bekannt gemacht, gehört zu den ganz grossen Namen der Weinwelt. Als Co-Investor der Miraval-Weine beaufsichtigt sie die Vergrösserung der Rebflächen und überwacht den gesamten Ernte- und Produktionsprozess der Weine. Im Jahre 2013 kam der erste Jahrgang des Miraval Rosés auf den Markt. Die ersten 6000 Flaschen waren in fünf Stunden ausverkauft – und der Hype um die Weine von Miraval hat in den letzten Jahren nicht abgenommen.

Erdrückend war deswegen im Herbst 2016 die Sorge vieler Weinliebhaber, was nun mit dem Miraval geschehen möge, nachdem Jolie und Pitt sich getrennt hatten. Möglicherweise ist diese Sorge jedoch derzeit unbegründet, denn auf dem Label des 2016er Jahrgangs sind die Namen der beiden noch aufgelistet. Marc Perrin sprach sich zudem erst kürzlich entschieden gegen Gerüchte aus, dass das Château zum Verkauf stünde.

Und während er immer wieder bekräftigt, dass die Jolie-Pitts aktiv an Verkostungen der Weine teilnähmen und auch am Design des Etiketts beteiligt seien, muss man wohl nicht befürchten, dass sie persönlich zur Ernte erscheinen oder gar selber die Beeren treten, das Ausbleiben ihrer Arbeitskraft infolgedessen verheerende Folgen haben könnte.

In den letzten Jahren wurden die Weissweine Miraval Blanc und Miraval Provence gelauncht und eine Reihe neuer Weingärten angelegt. Auch der erste Rotwein von Miraval, der Miraval Rouge, eine Cuvée aus Syrah, Mourvèdre und Cabernet Franc, steht mittlerweile zu Verkauf, und man darf davon ausgehen, dass Marc Perrin noch weitere Pläne mit dem Weingut hat.

Potential für die Umsetzung hochfliegender Pläne gibt es zu Genüge, denn Miraval ist nicht bloss ein Weingut, sondern ein 400 Hektare umfassendes Tal, in dem es ausser Reben auch noch einen See, ausgedehnte Eichenwälder, Olivenhaine und Lavendelfelder gibt. Ein mediterranes Paradies in einer abseits gelegenen Gegend der Provence, das auch gestandene Grössen wie Marc Perrin zum Schwärmen bringt.

Auf dem Grund Miravals verläuft die Grenze zwischen der AOP Côtes de Provence im Osten und der AOP Coteaux Varois im Nordosten. Die Trauben für die Weissweine stammen aus der Coteaux Varois, die roten Rebsorten aus der AOP Côtes de Provence . Bei den weissen Rebsorten handelt es sich nicht etwa um Chardonnay oder Sauvignon Blanc, sondern Rolle (in Italien auch als Vermentino bekannt) und Grenache Blanc.

Tasting Notes

Qualitativ hat sich bei Miraval durch die Anwendung der Perrin-Rezeptur einiges getan, die Ernte der Trauben erfolgt nun manuell in kleinen Behältnissen. Am Weingut angelangt werden die Beeren erneut selektiert, damit nur allerbestes Material verarbeitet wird. Vergoren und ausgebaut wird der Rebsaft in Edelstahltanks. Im Falle des Miraval Rosés verbringt zudem ca. 10% des Weins einige Zeit in kleinen Eichenfässern, wobei die Feinhefe regelmässig aufgerührt wird; bekannt ist dieses Verfahren unter dem Begriff Bâttonage.

Der Miraval Rosé kommt in einer aufsehenerregenden Flasche daher, wie wir sie eigentlich von Champagner-Weinen kennen. Protzig nennen einige das Design, andere meinten, die glamouröse Verpackung solle vielleicht von einem mutmasslich eher mässigen Inhalt ablenken. Doch der in transparentem Pink schimmernde Rosé hat dem Liebhaber auch jenseits seiner attraktiven Verpackung viel zu bieten.

Die guten Bewertungen namhafter Portale, Decanter mit 91 Punkten etwa oder der Wine Spectator, der den 2012er Wein auf der Liste der 100 besten Weine führte, sprechen gegen die Befürchtung, der Hype um den Miraval Rosé würde von einem Promi-Bonus angeheizt.

Die Cuvée aus Cinsault, Grenache, Syrah und Rolle bezaubert unsere Nase mit Noten wilder Erdbeeren und Rosenblätter, der Gaumen gestaltet sich erwachsener, mit einer überraschend festen Struktur, einer dezenten Säure und einem erstaunlich langen Abgang . Der Gesamteindruck ist fruchtig, das Konzept stimmig. Ein eleganter Wein, in dem sich ein aussergewöhnliches Äusseres mit einem feinen Inhalt vereinigt.

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Die Roséproduktion des Weinguts hat sich mittlerweile vervielfacht, was einst mit 200,000 Flaschen begann, liegt längst über einer halben Million. Marc Perrin fühlt sich wohl in dem für ihn eher ungewohnten Ambiente, vergleicht das Keltern von Rosé gar mit der Arbeit eines Patisserie-Chefs. Jeder Anteil müsse perfekt bemessen sein, Präzision sei das oberste Gebot, ungleich wichtiger als bei der Produktion von Rot- oder sogar Weissweinen.

Der Meister scheint in seinem provencialischen Projekt aufzugehen, deswegen hegen wir die Hoffnung, dass uns der Miraval auch in den nächsten Jahren noch als Sommerwein zu Verfügung stehen wird. Wer auf Nummer sichergehen möchte, kauft dennoch ein paar Flaschen auf Lager – jetzt bei uns im Shop zum unschlagbaren Preis-Genuss-Verhältnis!

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