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Felton Road – Pioniere von der anderen Seite der Welt

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Robert Parker bescheinigte Felton Road, einen Durchbruch für die neuseeländische Weinwelt herbeigeführt zu haben. Der Wine Spectator nennt den Pinot den besten aller Zeiten seiner Art in Neuseeland. Andere Portale sprechen gar von den besten Erzeugnissen der südlichen Hemisphäre. Unser Winzer der Woche: Die Vision eines Neuseeländers, der Traum eines Engländers und Weine, die schon jetzt zu den Klassikern der neuen Welt gehören.

Das Weingut Felton Road liegt am anderen Ende der Welt. Die Südhalbinsel Neuseeland ist ein irgendwie magischer Ort mit Hügeln und hohen Bergen, klarer Luft, die nach wildem Thymian duftet, beeindruckender Fauna und einem schier endlosen Himmel. Den Cineasten unter uns dürfte die Gegend aus dem Spielfilm Herr der Ringe gut bekannt sein.

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 Unprätentiöses Äusseres, grossartiger Inhalt
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Kunst und Wein stehen sich bekanntlich nahe und so erscheint es ganz logisch, dass die Landschaft nicht nur Scharen von Kino-Besuchern bezauberte, sondern sich mittlerweile auch einen Namen für gute Weine im Allgemeinen gemacht hat. Im Besonderen aber ist die Region für Erzeugnisse der Rebsorte Pinot Noir bekannt. Felton Road gehört zu den Pionieren unter den Weingütern Central Otagos.

Die Weinregion Central Otago ist das südlichste Rebbaugebiet der Welt. Angebaut werden neben Pinot vor allem Chardonnay und Riesling. Das Klima ist extrem und bringt grosse Temperaturschwankungen mit.

Mehr als 30 Grad Celsius können die Unterschiede zwischen Tag und Nacht betragen, was sich in den Weinen durch tolle Struktur bemerkbar macht. Hinzukommt grosse Trockenheit in den Sommermonaten, was fast überall eine künstliche Berieselung notwendig macht.

Dass Felton Road heute insbesondere in der englischsprachigen Welt Kultstatus erlangt hat (man munkelt, dass Bill Gates eine Kiste bestellen wollte – aber mit drei Flaschen Vorlieb nehmen musste…), ist auf eine Reihe schöner Zufälle zurückzuführen, wie nur das gute alte Leben sie zustande bringt. Ein Neuseeländer, der neue Wege ging und ein Brite, den seine Passion für Wein um den Globus trieb, waren notwendig, um Felton Road aus der Wiege zu heben.

Ein Neuseeländer, ein Brite und ein Quäntchen Glück

Stuart Elms, der Gründer von Felton Road, war in der Landwirtschaft tätig, als er mit über 50 Jahren eine Vision hatte. Von Freunden und Familie belächelt, hängte er die Blaubeer-Produktion an den Nagel und studierte gemeinsam mit einem Haufen junger Hüpfer und Träumer Önologie. Träume hatte er auch, aber ein junger Hüpfer war er schon längst nicht mehr. Mit Lebenserfahrung und nun auch frischem Wissen ausgestattet, suchte Elms auf der Südhalbinsel den perfekten Ort für sein Vorhaben und fand ihn in Felton Road.

Er analysierte den Boden und das Klima, legte Parzellen an und bepflanzte sie mit verschiedenen Klonen der Rebsorte Pinot Noir. Zur Unterstützung holte er seinen ehemaligen Kommilitonen Blair Walter an Board, dem er die Aufgabe des Winemakers anvertraute. Der erste Vintage entstand 1995, der Durchbruch kam 1997 als eine Flasche des Block 3 von Robert Parker in einer Blindverkostung gegen beste Burgunderweine eingesetzt wurde.

Der Pinot-Keller
Der Pinot-Keller

Und plötzlich befand sich Felton Road auf der Landkarte der Weinliebhaber, im Blickpunkt der Kritiker und wurde mit Anfragen überhäuft. Ein Erfolg und daraus erwachsender Leistungsdruck, den weder Elms noch Walter erwartet hatten, als sie anfingen, ein bisschen mit Pinot Noir zu spielen.

Nun kommt Nigel Greening ins Spiel, ein vermögender Brite mit grauer Mähne und einer grossen Leidenschaft für guten Pinot. Tatsächlich munkelt man, dass Greening alleine ein Drittel der im Vereinigten Königreich verkauften Jahrgänge ‘98 und ‘99 erstand. Irgendwann genügte es ihm freilich nicht mehr, nur die Weine zu kaufen. Als Felton Road zum Verkauf stand, zögerte er nicht, das Weingut zu erwerben, um so seinen Lieblingswein endlich wirklich sein Eigen nennen zu können.

Es folgten unter Greening Analysen der Böden im Labor, Windmessungen und Regenstudien, um den besten Standpunkt für jede seiner Parzellen zu ermitteln. Nichts wurde dem Zufall überlassen. Seit 2010 ist Felton Road ein von Demeter zertifizierter, biologisch-dynamisch wirtschaftender Betrieb. Blair Walter blieb dem Weingut im Übrigen erhalten und arbeitet dort heute noch als Winemaker.

Philosophie

Pinot wird hier grossgeschrieben und die Weine Block 3 und Block 5 gehören nach Meinung vieler zu den besten Weinen der südlichen Hemisphäre. Aber auch die weniger bekannten Erzeugnisse des Weinguts sind von höchster Qualität und zudem deutlich preiswerter als andere Weine ihrer Kategorie aus dem Burgund.

Wein sollte so sein dürfen, wie er sein ist. Wie Kinder, sollte Wein ermutigt, aber nicht in eine Form gezwängt werden. Eiche darf ein subtiler Begleiter des Weines sein, kein tösender Gast. Derart philosophisch äussert sich Blair Walter über seine Herangehensweise. Beim Ausbau wird auf Schwerkraft anstatt mechanischer Pumpen und wilde Hefen anstatt Kulturhefe gesetzt. Die Pinots werden weder geklärt noch gefiltert.

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Was ist das Besondere an den Felton Road-Weinen? Die Gesamtkomposition der Erzeugnisse ist brilliant. Hervorzuheben ist jedoch die strahlende, reine und intensive Frucht, die sie alle gemeinsam haben und die auf das besondere Mikroklima der Region zurückzuführen ist. Die Weine sind nicht alkohollastig und tendieren trotz Fruchtsüsse eher ins Trockene.

Durch den Ausbau im Keller erlangen sie weitere Komplexität und einmalige Struktur. Hinzukommt ein tolles Lagerungspotenzial. Berühmt wurde Felton Road mit dem Pinot Noir, wer eine Überraschung erleben möchte, dem sei jedoch auch der Riesling ans Herz gelegt. Felton Road ist eines der Zugpferde Neuseelands und eines der grossen Weingüter der neuen Welt. Tolle Weine, sympathische Crew, maximaler Genuss.

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