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Nittardi – Tolle Weine und Kunst in der Toskana

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Die Toskana ist Ort der Sehnsucht von Gourmets und Geniessern aus aller Welt. Wohin man auch blickt, trifft man auf charmante Dörfchen, pittoreske Landschaften, kulinarische Spezialitäten, die auf der Zunge zergehen und natürlich auch wunderbare Weine.

Da verwundert es nicht, dass es Aussteiger aus allen Branchen immer wieder in die Toskana zieht. Und gar nicht so selten realisiert sich dort der Lebenstraum in Form eines alten Weinguts. So geschehen auch bei der Familie Femfert. Peter Femfert und Stefania, eine Italienerin mit Wurzeln in Venedig, kauften das Weingut 1982 spontan und, wie sie sagen, per Handschlag, auf einer Kunstausstellung in Basel.

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Ein bewegtes Leben

Peter Femfert war viele Jahre lang ein bekannter Verleger und Galerist, führte „Die Galerie“ in Frankfurt. Aber das ist nur ein kleiner Teil seiner Vita, mit der man Bände füllen könnte. Femfert, der in der Schweiz, England, Frankreich, Griechenland und Ägypten lebte, wechselte seinen Beruf fast so häufig wie seinen Wohnort.

Familie Femfert
Familie Femfert

Angesprochen auf die teilweise abrupten Richtungswechsel in seinem professionellen Werdegang antwortet er: „Ein Beruf ohne Leidenschaft ist vergeudetes Leben.“ Die Phrase und die scheinbare Leichtigkeit, mit der er sie lebt, dürfte wohl jedem, der gelegentlich mit seinem Beruf unzufrieden ist, die Tränen in die Augen treiben.

Femfert bereiste die Welt, durchquerte mehrmals die Sahara, segelte über die Meere und lernte schliesslich in Berlin seine Frau Stefania kennen, die studierte Kunsthistorikerin ist. In jungen Jahren, noch bevor er seine Familie gründete, lag sein Leben einmal auf Messers Schneide. Einen Flugzeugabsturz auf Zypern im Jahre 1967 überlebte er als einer der Wenigen.

Dieses Nahtoderlebnis hat ihn einige Dinge über das Leben gelehrt und in ihm den Wunsch geweckt, etwas Bleibendes zu schaffen. Das ist ihm mit seinem Weingut Nittardi gelungen. Auch der Sohn der Familie, Léon, widmet sich Nittardi seit 2013 mit seiner ganzen Leidenschaft. Zuvor lernte er das Handwerk auf verschiedenen Weingütern in den USA, Frankreich, Deutschland und Chile.

Nektar der Götter

Die Fattoria Nittardi liegt zwischen Florenz und Siena im Herzen der Toskana. Dass sich das Anwesen nun wieder in den Händen eines Kunstliebhabers befindet, ist nur konsequent, denn einstmals gehörte sie zu den ausgedehnten Besitztümern eines gewissen Michelangelo Buonarroti. Früher hiess das Gut noch Nectar Dei – Nektar der Götter. Über die Jahrhunderte hat sich die Bezeichnung wohl zu Nittardi verschliffen.

Auf Nittardi begegnet dem Besucher die Kunst förmlich auf Schritt und Tritt. Bereits wenn man das Gut betritt „stolpert“ man quasi über einen beeindruckenden Minotaurus von Paul Wunderlich. In den Räumlichkeiten und Gartenanlagen kann man Werke von Künstlern wie Hundertwasser, Igor Mitoraj und Miguel Berrocal bewundern. Viele dieser Künstler hat Femfert bereits auf Nittardi begrüssen dürfen.

Künstlerisch verzierte Flaschen
Künstlerisch verzierte Flaschen

Da liegt es auf der Hand, dass auch der Wein nicht einfach so an den Mann gebracht wird. Eine limitierte Anzahl von Flaschen des Casanuovo di Nittardi wird Jahr auf Jahr mit speziellen Etiketten und Einschlagpapier versehen, die vom Who is Who der modernen Kunstszene kreiert werden. Hundertwasser, Yoko Ono und Günther Grass haben sich schon gestalterisch ausgetobt, um nur einige zu nennen.

Zwölf Hektare Reben werden heutzutage auf Nittardi bestellt, die obligatorischen Olivenhaine gehören auch zu dem Gut, das sich inmitten eines dichten Waldes und Naturschutzgebietes befindet.

Die Reben erfreuen sich idealer Bedingungen und gedeihen auf einer südlich ausgerichteten Hügelkette in 450 m Höhe. Die gelegentlichen rauen Winde werden von den Eichenwäldern abgemildert.

Zusätzlich zu Nittardi erwarb Femfert auch 37 Hektare in der südlichen Maremma, um dort auch mit international bekannten Rebsorten wie Merlot, Syrah & Co zu experimentieren. Ein Schritt, zu dem sich viele bekannte Winzer entschlossen haben. Auch Mondavi und Castello die Fonterutoli verfügen hier über Rebflächen.

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Carlo Ferrini, der zu den besten Önologen Italiens zählt und zudem eine echte Institution der Toskana ist, berät auch die Fattoria Nittardi. Seine Handschrift macht sich in den Erzeugnissen deutlich bemerkbar. Liebhaber eines guten Chianti Classico kommen hier auf ihre Kosten. Aber auch die aus der Maremma stammenden Cuvées Ad Astra, Ad Maiora und Nectar Dei sind wahrhaft beeindruckend.

Mit dem Weisswein BEN produziert Nittardi zudem laut Janice Robinson den besten Weisswein der Toskana. Das ‚Winzern’ scheint sich zur echten Leidenschaft Peter Femferts entwickelt zu haben, und der Erfolg gibt ihm Recht. Und so kommt der ewige Abenteurer doch langsam zur Ruhe. Wer könnte ihm das auch verübeln, mit diesen Weinen im Land, wo die Zitronen blühn.

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