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Xavier Vins – Châteauneuf-du-Pape mit Star-Appeal

Copyright Xavier Vins

Das Rhône-Gebiet ist die grosse Liebe Xavier Vignons, das Terroir seine Muse. Um ein optimales Ergebnis zu erlangen, scheut unser Winzer der Woche, der von seinen Freunden mit dem treffenden Spitznamen Mr. 100 % bedacht wurde, keine Mühen. Seine Weine stammen aus einer Vielzahl von Miniparzellen. Alle Rebsorten werden einzeln in verschiedenen Tanks und Fässern ausgebaut und anschliessend cuveetiert.

Innerhalb des langgestreckten Gebietes Côtes-du-Rhône ist Châteauneuf-du-Pape ohne Zweifel die bekannteste Cru-Appellation. Hier liegt das unangefochtene Herrschaftsgebiet der Rebsorte Grenache, die auf den kargen Böden zu Hochform aufläuft.

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Das Besondere der würzigen und fruchtbetonten Grenache-Weine: Sie können wunderbar in jungem Alter genossen werden, weisen aber auch ein herausragendes Alterungspotenzial von 20 Jahren und mehr auf. Viele Weinliebhaber hegen eine Hassliebe zu den Weinen der Region, denn die Qualität ist stark jahrgangsabhängig. Bei heisser Witterung können sich unerwünschte marmeladige Anklänge und ein hoher Alkoholgehalt in den Weinen bemerkbar machen.

The Master himself
The Master himself

Lange Zeit war es zudem en vogue, die ohnehin intensive Grenache zu möglichst üppigen, dichten und extrem fruchtigen Weinen auszubauen. Durch immer längere Reifezeiten wurden die exuberanten Charakteristika der Rebsorte forciert, so sehr, dass die Resultate oft alkoholischen Wuchtbrummen ähnelten, aber mit einem feinen, komplexen Wein nicht mehr viel gemeinsam hatten.

Interessant wird es, wenn die Winzer neues Holz sparsam verwenden oder ganz darauf verzichten und den Reifezeitpunkt der Beeren genau abpassen, um der üppigen Süsse entgegenzuwirken. So entstehen Weine, die den Geniesser nicht mit Frucht erschlagen, sondern mit Komplexität und Mineralität begeistern. So wie die Weine des Weinguts Xavier Vins eben.

Xavier Vignon, studierter Önologe, ist auch als Flying Winemaker bekannt. In Frankreich arbeitete er für Kaliber wie Raymond Usseglio, Jerome Quiot, Beaurenard, La Nerthe, Mont Redon, Marcoux, Grand Veneur und Moët & Chandon. Aber auch in Teilen der neuen Welt wie Kalifornien, Australien, Neuseeland und Südafrika arbeitete und lernte er.

Jahrelang konnte er durch seine Reisen jährlich an zwei Lesen arbeiten – einer in Australien oder Neuseeland und einer in Europa. Australien gefiel ihm so gut, dass er mit dem Gedanken spielte, sich dort niederzulassen. Das war, bevor er eine Saison für ein Weingut an der südlichen Rhône arbeitete. Hier fand er seinen Bestimmungsort.

Der lange Wachstumszyklus, die Vielzahl an Rebsorten und die idealen Bedingungen für seine Lieblingsrebsorte Grenache taten es ihm so an, dass der reisende Winemaker endlich Wurzeln schlug. Die diversen Terroirs und Rebsorten geben ihm, so sagt er, das Gefühl, jeden Herbst mehrere Ernten einzufahren. Genau das, was ein kreativer Meister wie Xavier Vignon sich erträumt.

Wenn der reisende Winemaker zur Ruhe kommt

In seiner Jugend sammelte Vignon Erfahrung mit Weiss- und Schaumweinen im Elsass, der Champagne und Burgund. Um mehr über Rotweine zu lernen, zog es ihn anschliessend nach Médoc und in Teile der neuen Welt. Die grosse Fertigkeit bei der Herstellung von Cuvées schreibt er jedoch seinen Aufenthalten in der Champagne zu. Die hiesigen Winzer sind dafür bekannt, aus verschiedenen Jahrgängen immer aufs Neue einen Schaumwein zu kreieren, der auf unverwechselbare Art und Weise den Stil des Hauses zu reflektiert.

Mit dem Wissen, das er sich auf seinen Reisen aneignete, belebt Vignon, der von Robert Parker als berühmtester Önologe der Rhône Region bezeichnet wurde, die Weinszene. Seit 2002 füllt Vignon für sein eigenes Unternehmen Xavier Vins auch eigene Weine ab. Bei den Kontakten, die er durch seine beraterische Tätigkeit geknüpft hat, fiel es ihm nicht schwer, geeignete Parzellen zu finden, die ihn mit hervorragendem Rohmaterial versorgen.

Und so enthalten die Weine Xaviers bestes Lesegut der Spitzenweingüter, das normalerweise eifersüchtig gehütet wird. Oft sind das kleine Mengen einer bestimmten Lage, manchmal nur ein Fass. Neben seiner Tätigkeit auf dem eigenen Weingut berät er nach wie vor andere Weingüter der Châteauneuf-du-Pape Region.

Terroirintensive Weine
Terroirintensive Weine

Vignons Ziel ist klar definiert: Maximalen Weingenuss möchte er kreieren. Seine Weine sind zugänglich, fruchtig, von hoher Qualität, mineralisch und einfach – Sie entschuldigen das profane Adjektiv in diesem Zusammenhang – lecker.

Obwohl er selber keine Reben besitzt, durchlebt er bei seinen Klienten den kompletten Produktionszyklus der Weine. Er beobachtet das Wachstum der Rebe und beschränkt bei Bedarf die Erträge. Nur die besten Beeren werden für die Vinifzierung zurate gezogen. Alte Reben und ein optimaler Reifegrad der Beeren sind Teil seines Erfolgsgeheimnisses.

Vignons Weine sind trocken und weisen keinen Restzucker auf. Um das vielbeschworene Terroir der Appellation besonders gut zum Ausdruck zu bringen, scheut er keine Mühen und analysiert all seine Grundweine im Önologischen Institut. Abhängig von dem Ergebnis assembliert er sie zu wunderbaren Cuvées, die aus einer Vielzahl verschiedener Grundweine und Jahrgänge bestehen können.

Beim Ausbau meidet er neues Holz, hält sich an gebrauchte Fässer. Nach vanilligen Anklängen oder getoasteter Eiche wird man in seinen Weinen vergebens suchen, dafür mit der vollen Power von Garnacha, Syrah, Cinsault und Mourvedre belohnt.

Xavier Châteauneuf-du-Pape Cuvée Anonyme

2010 war ein ganz grosser Jahrgang in Châteauneuf-du-Pape. So überrascht es nicht, dass Xavier Vignons Châteauneuf-du-Pape Cuvée Anonyme mit Auszeichnungen nur so überhäuft wurde. Auch 95 Parker Punkte sind mit von der Partie. Cuvée Anonyme – der Name ist Programm, denn keiner weiss genau, was in der Cuvée enthalten ist und woher das Lesegut stammt.

Von absoluten Spitzenweingütern, so munkelt man. 100 Jahre alte Grenache Reben sollen den Löwenanteil geliefert haben, sagen manche. Sogar mikroskopische Anteile weisser Grundweine sollen enthalten sein, sagen andere. Die Wahrheit weiss wohl nur Vignon, der Winemaker himself.

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Der Wein besticht mit einem intensiven Potpourri roter und dunkler Früchte und herrliche Würze. Am Gaumen zeigt sich die unverkennbare, typisch mineralische Salzigkeit, die Vignons Weine auszeichnet. Im Abgang tun sich geschmeidige, gut eingebundene Tannine hervor. Diesen Wein können Sie schon jetzt wunderbar geniessen – aber auch noch bis zu 15 Jahre lagern. Besonders gut passt diese tolle Cuvée zu deftigen Fleischgerichten und aromatischem Weichkäse.

Im Gegensatz zu anderen Winzern, die sich ganz und gar auf das Terroir verlassen und im Keller nur minimal eingreifen, stehen bei Vignon genau abgewogene Entscheidungen und ein enormer Arbeitsaufwand im auch nach der Ernte. Seine Weine sind das Ergebnis grosser Handwerkskunst. Dass sie zu einem ausgesprochen fairen Preis-Genuss Verhältnis angeboten werden, kommt angesichts der Spitzenbewertungen und des enormen Aufwands einem kleinen Wunder gleich.

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